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Hypnose


Als Hypnose werden eine vorübergehende geänderte Aufmerksamkeit und meist tiefe Entspannung bezeichnet. Hypnose und Trance sind Bezeichnungen, die häufig gleichzeitig verwendet werden. Trance steht für den Zustand einer Person, Hypnose steht für den Zustand, als auch für das Verfahren, um den Zustand der Trance zu erreichen.

Hypnose wird vom griechischen Wort "Hypos - Gott des Schlafes" abgeleitet, da man am Anfang der Forschung davon ausging, dass es sich um einen schlafähnlichen Zustand handeln muss.


Was ist Hypnose?


Die Definition der physiologischen Vorgänge ist sehr vage, da noch immer geforscht wird. Der Zustand der Hypnose ist natürlichen, spontan auftretenden Zuständen ähnlich, wie zum Beispiel beim Aufwachen, Einschlafen oder beim Tagträumen. Die Wahrnehmung ist eingeengt und die Konzentration des Bewusstseins ist auf eine bestimmte Sache, oder auf die Worte des Hypnotiseurs ausgerichtet.

In der Hypnotherapie ist die Wirksamkeit wissenschaftlich belegt, durch EEG und MRT sind Trancezustände nachgewiesen. Dadurch ist der Hypnoseeinsatz in der Medizin und Physiotherapie gesetzlich geregelt und gehört zu den deutschen Krankenkassenleistungen.

Die Wirkung einer Hypnose hängt vom Hypnotisanten ab. Sein individuelles Erleben und seine Reaktionen machen eine Trance vom Hypnotiseur unabhängig, jedoch spielt das gegenseitige Vertrauen eine große Rolle.


Theorie der Hypnose


Es ist eine Vielzahl verschiedener Hypothesen über das Wesen einer Hypnose gestellt worden, allerdings gibt es bis heute keine einheitliche Erklärung des Phänomens. Trotz unterschiedlicher Theorien können verschiedene Aspekte der Hypnose belegt werden und für die Praxisarbeit begründet werden.


Hypnotisierbarkeit


Die zentrale Rolle in der Hypnose spielt die Frage nach der Hypnotisierbarkeit einer Person. Der Glaube, der Hypnosezustand wäre "man ist oder man ist nicht hypnotisiert", ist nicht korrekt. Jeder gesunde Mensch ist hypnotisierbar, jedoch der erreichte Grad der Trancetiefe ist situationsbedingt unterschiedlich. Sehr leicht hypnotisierbar sind etwa 10 % der Menschen, etwa 5 % der Menschen dürfen wegen einiger Krankheiten (Herzschwäche, Hysterie, etc.) nicht hypnotisiert werden.


Verlauf der Hypnose


Die Einleitung einer hypnotischen Trance kann mit der direkten Variante (mit befehlsähnlichen Suggestionen) oder mit der indirekten Variante (die einem gewährenden und erlaubenden Charakter hat) eingeführt werden. Der Proband sollte entspannen können. Notwendig, ja förderlich ist Sicherheit und Geborgenheit. Dies kann auch suggeriert werden; Musik oder Monotonie kann ebenfalls helfen. Es gibt verschiedene Techniken, die auch miteinander kombinierbar sind. Allen gemeinsam ist, dass mit wenig aufmerksamkeitsfordernden Tätigkeiten das Bewusstsein beschäftigt wird, so wird die Kritikfähigkeit umgangen und ausgeschaltet. Das Unterbewusstsein wird direkt ansprechbar. Welche Methoden und Suggestionen geeignet sind hängt von den Umständen und der Person ab.

In der Trancephase können unterschiedliche Phänomene auftreten, z.B.: Zeitverzerrung, erhöhte Lernfähigkeit, vernetztes Denken, Halluzinationen, etc. Für den Zustand der Trance sind folgende vegetative Veränderungen charakteristisch: langsamer Atem, Muskelentspannung, verminderter Herzschlag, verlangsamte Bewegungen.
Durch moderne Verfahren können spezifische Veränderungen der Gehirnaktivitäten in der Trance nachgewiesen werden. Ob eine Trance vorhanden ist, kann man mit willkürlichem Heben eines Armes auf Kommando herausfinden.
Eine leichte Trance ist kaum vom normalen Wachzustand zu unterscheiden und der Patient glaubt, nicht hypnotisiert worden zu sein.

Die Anästhesie spannt ein großes Anwendungsgebiet auf. Schmerzen können durch körperliche Dissoziation aus dem individuellen Erleben sofort als auch dauerhaft entfernt werden. Bei chronischen Schmerzen als auch bei akuten Schmerzen kommt dieser Effekt zur Anwendung. Trancephänomene treten auch im Alltag auf, z.B.: eintönige Autofahrten, Blickstarre und Zeitverzerrung (wie bin ich hier her gekommen?). Insbesondere die Monotonie einer Fahrt, Motorgeräusche und die Vibration im Auto sind verantwortlich für eine Tranceindikation.


Stadien der Trance


In der Hypnosetiefe existieren verschieden Tiefenskalen, allerdings wird in der Behandlung auf eine Tiefenfeststellung verzichtet, da der therapeutische Behandlungsverlauf damit nicht korreliert.

In der Praxis unterscheidet man leichte, mittlere und tiefe Trance, die jedoch nur theoretische Bedeutungen haben.
Wenn der Proband keine unbewussten Widerstände gegen eine Trancevertiefung leistet, kann die Trance beliebig vertieft werden, um die Kritikfähigkeit des Bewusstseins herabzusetzen. Die Suggestionen sollten vom Hypnotiseur immer auf die Reaktionen des Probanden ausgerichtet werden.


Auflösung der Trance


Jede Hypnose bedarf der Auflösung. Mit Hilfe von Suggestionen wird der ursprüngliche Bewusstseinszustand wieder hergestellt. Die Auflösung darf niemals zu schnell vorgenommen werden oder gar vernachlässigt werden. Der Organismus braucht genügend Zeit für die Umstellung des Herz - Kreislauf - Systems auf Normalwerte, da es sonst beispielsweise zu Kopfschmerzen kommen kann.


Zahnmedizinische Anwendung


Die hypnotische Trance zur Schmerzkontrolle wurde bereits vor der systematischen Entwicklung von Anästhetika eingesetzt. Es ist zu Vermuten, dass durch kognitive Trennung vom eigenen Körper, Teile der körperlichen Wahrnehmung ausgesetzt werden können. Die kann bei Patienten angewendet werden, die gegen Anästhetika allergische Reaktionen entwickelt haben. Unter anderem sind damit unter Hypnose auch Zahnbehandlungen Schmerz, als auch Angst freier durchführbar. Auch schädliche Gewohnheiten wie Zähneknirschen, Kieferpressen, Nägelkauen und Daumenlutschen können über Suggestionen therapiert werden.


Gefahren und Missbrauch

 

Der falsche Einsatz oder gar der Missbrauch der Hypnose kann gefährlich sein und weit reichende, unabsehbare Folgen haben. Es gibt in Deutschland keine gesetzlichen Vorschriften zur Hypnose, sodass jeder hypnotisieren darf. Die Hypnose ist kein allwirsames Heilmittel, kann aber vielen medizinischen Anwendungen als sinnvolle Ergänzung zu konventionellen Mitteln dienen.

Die Wirksamkeit der Hypnose beruht gänzlich auf der Einstellung des Patienten. Diese Tatsache wird oft ignoriert oder verschwiegen. Wer sich einer Hypnose- sitzung unterziehen will, muss eingehend und wachsam die Qualifikationen des Hypnotiseurs überprüfen. Man sollte sich ausschließlich von dem Therapeuten hypnotisieren lassen, dem man volles Vertrauen entgegen bringen kann. Wer einem Hypnotiseur kein Vertrauen schenkt und seine Glaubwürdigkeit in Frage stellt, sollte von einer Behandlung zum eigenen Schutz absehen.



Datum: 31.08.2007 09:15, Autor: Wilson
 
 
 
 
 
 
 
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