Idealer Zahnersatz sollte den natürlichen Zahn
optimal in Funktion und Ästhetik imitieren. Mit Implantaten hat die Zahnheilkunde seit vielen Jahren eine
komfortable Lösung gefunden.
Zahnimplantate - künstliche Wurzel
Ein
Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die üblicherweise zwischen 6 mm und 8 mm lang ist. Nach der Einpflanzung verwächst die speziell bearbeitete Oberfläche des Implantats, welches aus dem
biokompatiblen Metall "
Titan" besteht, mit dem Knochen. Auf diese künstlichen Wurzeln können
Kronen,
Brücken und
Prothesen befestigt werden.
Vorteile von künstlichen Zahnwurzeln - Implantaten
Wegen ihrer
Biokompatibilität werden
Implantate nicht als Fremdkörper wahrgenommen und geben dem Patienten ein besseres, natürlicheres Gefühl, als dies mit herkömmlichen Versorgungen erreicht wird.
Da mit einem Implantat eine neue Verankerung für den Zahnersatz geschaffen wird, muss der Zahnarzt
keine gesunden Nachbarzähne mehr beschleifen.
Durch den Kaudruck, der beim Abbeißen auf das Implantat verübt wird, wird der natürliche Stoffwechsel des umgebenden Knochens angereizt und ein so oft gefürchteter
Knochenschwund bleibt aus.
Individuelle Lösungen
Aus den verschiedensten Gründen gehen Zähne auch schon früh verloren (Sport, Unfälle, Erkrankungen des Alveolarknochens, etc.).
Fehlt ein einzelner Zahn, kann dieser durch ein einzelnes Implantat ersetzt werden. Dies wäre mit einer konventionellen Prothese nicht auf solch komfortable Art lösbar.
Fehlen mehrere Seitenzähne, so dass ein Freiendsattel entsteht, bieten Implantate eine ausreichende Stütze, um auf eine herausnehmbare Prothese zu verzichten.
Fehlen alle Zähne, so können Implantate eine Totalprothese sicher befestigen und es kann im Oberkiefer auf eine Gaumenabdeckung verzichtet werden. So wird das Geschmacks- und Temperaturempfinden nicht beeinträchtigt.
Ästhetik und Belastbarkeit
Die Ästhetik kann mit Hilfe eines Provisorium schon direkt nach der Implantation hergestellt werden. In einigen wenigen Fällen ist sogar eine Sofortbelastung möglich. In der Regel sollte ein Implantat aber 3 - 6 Monate einheilen, bevor es belastet wird, um einen Erfolg zu gewährleisten. Nach der Einheilphase wird in einer zweiten Behandlung die endgültige Versorgung eingesetzt.
Wann sind Implantate nicht immer anwendbar?
Je nach Zustand des Patienten ist es nicht immer möglich zu implantieren. In jedem Einzelfall muss der Patient mit den behandelnden Ärzten Rücksprache halten.
Hier sind Zahnarzt, Hausarzt, Internist und Kardiologe unbedingt mit einzubeziehen!
- Herabgesetzte Immunabwehr bedingt durch Medikamente( Zystostatika, Cortisontherapie) oder Erkrankungen
- Knochenstoffwechselstörungen durch Medikamente, Biophosphonate
- Erhöhte Blutungsneigung, z.B. Marcumarpatienten (Einstellung nötig)
- Bei gestörter Blutgerinnung
- Nicht eingestellte Diabetis mellitus
- Schwere Erkrankungen von Niere, Herz, Leber, Blut
- Drogenabhängigkeit
- Schwere psychische Erkrankungen
- Starker Nikotingenuss
- nicht abgeschlossenes Kieferwachstum
- Schlechte Mundhygiene
- Akute Entzündungen von Knochen und Schleimhaut
- Fehlendes Knochenvolumen
- Schlechte Knochenqualität
Falls das Knochenvolumen nicht ausreicht, kann vor oder während der Implantation Knochen aufgebaut werden. Die Firma C.Hafner und MED 3D haben ein System entwickelt, dass auf der Basis von computertomographischen Aufnahmen eine virtuelle Navigation ermöglicht und eine genaue Planung jeder Implantation zulässt. So können böse Überraschungen, wie zu geringes Knochenvolumen während der Implantation vermieden werden.
Osteoporosepatienten und Zahnimplantate
Grundsätzlich ist Osteoporose kein Hindernisgrund für eine Implantation da die Kieferknochen von dieser Erkrankung nicht betroffen sind. Osteoporose betrifft hauptsächlich die Röhrenknochen des Menschen.
Werden aber zur Biophosphate zur Hemmung des Knochenabbaus eingesetzt gilt es sehr vorsichtig zu sein:
Das Medikament behindert die Einheilung von Implantaten sowie jegliche Heilprozesse im Kieferknochen.
Besonders problematisch ist der Einsatz von intravenös verabreichten Biophosphaten.
Das Medikament sollte falls möglich abgesetzt werden! Zu beachten ist hierbei die besonders lange Nachwirkzeit der Biophosphate!
Einige handelsübliche Medikamente:
Zometa, Ostac, Actonel, Aredia, Bonefos, Bondronat, Skelit, Didronel...
Haltbarkeit von Implantaten
Implantate können ein Leben lang halten. Über 90% der eingesetzten Implantate befinden sich auf nach mehr als einem Jahrzehnt noch in hervorragendem Zustand.
Entscheidend sind dafür vor allem eine sorgfältige Planung und gewissenhafte Implantation sowie die Pflege des Implantates durch den Patienten. Allerdings kommt es vor, dass sich die Titanwurzel während der Einheilphase nicht mit dem Knochen verbindet. Bei einem ebenfalls sehr kleinen Prozentsatz hält das Implantat der ersten Kaubelastung nicht stand oder der tragende Knochen entzündet sich. Sollte ein Misserfolg der Implantation auftreten, kann trotzdem wieder an derselben Stelle implantiert werden.
Kosten
Jede Implantatversorgung kann unterschiedliche Kosten verursachen. Hier spielen etliche Faktoren eine Rolle, zum Beispiel wenn Knochen aufgebaut werden muss. Es ist also sinnvoll etwas mehr Geld in eine ausführliche Planung zu stecken, denn sollte sich durch die Planung mit Hilfe diverser Computersoftware (CEHA Implant 3D, Med 3D,...) ein notwendiger Knochenaufbau verzeichnen lassen, kann der Zahnarzt schon vor der Implantation die endgültigen Kosten ziemlich genau kalkulieren. Dazu wird durch die genaue und sorgfältige Planung ein Erfolg der Implantation sicherer und eventuelle, frühzeitige Sanierungen bleiben aus.