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 CAD/CAM - in aller Munde!?

 

 

Kaufüberlegungen

Materialvielfalt

 

In Deutschland wurden 2006 über 790.000 Restaurationen mit CAD/CAM Technik angefertigt.
Bei ca. fast ca. 2 Millionen Restaurationen entspricht das über 40%. Dieser hohe Marktanteil ist zum festen Bestandteil in der Zahntechnik geworden.

Jeder möchte Zirkonoxid anbieten. Neue Systeme schießen wie Pilze aus dem Boden! Wer hat das beste Vollsystem, den besten Scanner, die beste Software, den besten Fräser, die beste Kopierfräse? Fragen über Fragen!

Doch welches System ist das "beste", das "ideale" System fürs Labor?

Diese Frage ist genauso schwer zu beantworten wie die berühmte Frage:
        wer war zuerst da, das Ei oder das Huhn?

Kaufüberlegungen

Der Schritt zu einem Vollkeramiksystem muss wohl durchdacht sein. Das Labor muss die Investition, in welcher Größenordnung auch immer, genauestens kalkulieren um eine Fehlinvestition zu vermeiden.

 

Ein Laborbesitzer sollte sich folgende Fragen stellen:

  • ist die Nachfrage bei meinen Kunden vorhanden?
  • wenn nein, wie kann ich diese schaffen?
  • kann ich Marktanteil über ein Vollkeramiksystem dazu gewinnen?
  • welche Materialien möchte ich verarbeiten, anbieten können?
  • möchte ich die ganze Arbeit im Haus behalten oder outsourcen?
  • Welche Stückzahlen kann ich erreichen?
  • soll ich das System kaufen/leasen (Liquidität bedenken)?
  • wie hoch sind Leasing/Kreditkosten?
  • was sagt mein Steuerberater?
  • lassen sich Lohnkosten einsparen?
  • wie hoch sind die laufenden Kosten des Systems?
  • bin ich bereit und in der Lage mit Computersoftware umzugehen?
  • welche Software ist am einfachsten, gut zu bedienen
  • welches Fräszentrum bietet die beste Qualität
  • welche Firma hat in der Zukunft weiter Bestand?


Bei der Überlegung Lohnkosten einzusparen ist aber auch zu bedenken. dass eine Maschine bestückt, gesäubert, gewartet werden muss. Betriebs/Reparaturkosten verursacht, nicht ans Telefon gehen kann und auch keine Reparaturen durchführen kann!

 

Materialvielfalt

Ein großes Thema im CAD/CAM- Bereich ist die Verwendung der verschiedensten Materialien in zahntechnischen Laboratorien.

Das Labor kann je nach System die unterschiedlichsten Materialien verarbeiten. Es stellt sich zuerst die Frage welches System die Anforderungen des Labors erfüllt. Hierbei spielen die Wünsche und Bedürfnisse der Zahnärzte und der Patienten eine große Rolle.

Jedes Material ist für einen bestimmten Indikationsbereich geeignet, bzw. ungeeignet.

Im Folgenden haben wir  alle möglichen mit CAD/CAM-Systemen zu verarbeitenden  Materialien mit deren Eigenschaften, sowie deren Indikationsbereich für den Zahnersatz aufgeführt.


Aluminia      

Alumina ist eine poröse Aluminiumoxidkeramik. Durch Glasinfiltration erreicht diese sehr gute mechanische Eigenschaften. Es können Glasionomerzemente, Zinkphosphat- zemente, oder chemisch härtende Kompositezemente zum zementieren eingesetzt werden.

3-Punkt Biegefestigkeit:   500 MPa  , WAK  10-6K-1  7,4

Indikationen:   Einzelkronen, Frontzahnbrücken bis zu drei Gliedern



Co-Cr, Modellguss   

Es können alle verfügbaren Cobalt- Chrom Legierungen, sowie Modellgusslegierungen verarbeitet werden.



Composite

Die Verarbeitung von Composites ist fast uneingeschränkt möglich.



Gusslegierungen   

Es können alle verfügbaren Edelmetalllegierungen verarbeitet werden.



HIP-Zirkon

Siehe „Yttrium stabilisiertes Zirkoniumdioxid“



Reintitan

medizinisches Reintitan (Grad 2), keine alpha-case, keine Lunker . Die biologische Verträglichkeit von Reintitan ist in der gängigen Literatur beschrieben.

Eigenschaften:
Preisgünstig, ger. Wärmeleitfähigkeit, röntgentransluzent, ger. Gewicht.

Zugfestigkeit:    90.000 – 100.000 N mm2

Indikationen:  Käppchen, Vollkronen, Brückengerüste

 

Leuzitverstärkte Glaskeramik    

Amorphes, viskoses Glas, wird durch einen Temperschritt gezielt auskristallisiert. Das Material ist leuzitverstärkt. Es besitzt eine natürliche Transluzenz, hohe Mundbeständigkeit und ist biokompatibel.

3-Punkt-Biegefestigkeit   ca. 125 Mpa

Indikationen:    Front- und Seitenzahnkronen, Veneers, Inlays, Onlays

 

Lithium- Disilikat Keramik  

Durch einen Kristallisationsvorgang erfolgt nach dem Schleifen eine Gefügeumwandlung. Es entstehen die optischen Eigenschaften wie Farbe, Transluzenz und Helligkeit. Eine Befestigung ist adhäsiv und konventionell möglich. Das Material besitzt eine ausgezeichnete Biokompatibilität. Bevorzugte Präparationstechnik sind Stufen- oder Hohlkehlpräparation


3-Punkt Biegefestigkeit:  360 MPa,  WAK von 10.5 x 10-6 K-1


Indikationen:   Frontzahnkronengerüste, Seitenzahnkronengerüste im Prämolarenbereich

 

PMMA           

Die Verarbeitung von verfügbaren PMMA Kunststoffen ist möglich.

 

Polyamid Glasfaser verstärkt 

Das Material ist biokompatibel und für Allergiepatienten geeignet.
Geeignete Verblendmaterialien:
Artglass® von Heraeus Kulzer, VITA ZETA® LC,VITA VM® LC, Solidex von Shofu, CERAMAGE von Shofu, Sinfony™ von 3M Espe


3-Punkt-Biegefestigkeit:   ca. 380 Mpa

Indikationen:   Langzeitprovisorien, sowie  Kronen- und Brücken-Verblendtechnik

 

Polymerkunststoff  

Gerüstkunststoff für Langzeitprovisorien
Das Material besitzt eine stabile Biegefestigkeit, eine gute Haltbarkeit, sowie eine hohe Ästhetik. Gerüste können mit Kunststoffverblendmaterialien verblendet werden.

z. B. Gradia, Solidex, Ceramage, Sinfony

Bevorzugte Präparationstechnik sind Stufen- oder Hohlkehlenpräparation. Eine konventionelle Befestigung ist möglich.


3-Punkt Biegefestigkeit:   450 MPa


Indikationen:   Käppchen und Brückengerüste bis max. 6 Glieder

 

Wachs   

Hier bietet der Fachhandel spezielle harte Fräswachse an, welche besonders für den Einsatz in Fräsgeräten geeignet sind.

 

Yttrium stabilisiertes Zirkoniumdioxid   

Dichtgesintertes, yttriumstabilisiertes, gehipptes Zirkonoxid (HIP = hoch isostatisch gepresst). Das Material wird im endgesinterten Zustand geschliffen. Es ist biokompatibel, besitzt eine geringe Wärmeleitfähigkeit und ist aufgrund der physikalischen Werte hoch belastbar.


3-Punkt-Biegefestigkeit:   über 1.200 MPa

Indikationen:   Front- und Seitenzahnkronen, Front- und Seitenzahnbrücken

 

Zirkonia

Zirkonia ist ein Aluminium-/Zirkonoxidgemisch. Nach erfolgter Infiltration entsteht eine hoch belastbare Gerüstkeramik. Die hohe Belastbarkeit des Werkstoff eignet sich ideal für dreigliedrige Brückengerüste und Kronengerüste im Seitenzahnbereich.


3-Punkt Biegefestigkeit:   600 MPa,   WAK  10-6K-1  7,8 

Indikationen:    Einzelkronen, Front- und Seitenzahnbrücken bis zu drei  Gliedern

 

Zirkonoxid, ZrO2      

Hierbei handelt es sich um vor gesintertes Zirkonoxid. Das     Material wird im weichen kreideähnlichen Zustand geschliffen und anschließend im Sinterofen gesintert. Wird mit speziellen Zirkonoxidkeramiken verblendet.

Zirkonoxid ist biokompatibel, allergiefrei und besitzt eine geringe Wärmeleitfähigkeit.


3-Punkt Biegefestigkeit:   ca. 1150 MPA


Indikationen:   Front- und Seitenzahnkronen, Front- und Seitenzahnbrücken bis zu einer max. Länge von max. 50 mm

 

Zirkonsilikatkeramik, Grünlinge 

Beim Sintern schrumpfungsfreie Zirkonsilikatkeramik. Ausgezeichnete Biokompatibilität, hohe Haltbarkeit und Mundbeständigkeit. Es können funktionelle Vollkronen im Molarenbereich hergestellt werden. Eine konventionelle Befestigung ist möglich.

Das Material wird im weichen Grünzustand gefräst. Es erfolgt bei ca. 1500°C eine Sinterung. Der große Vorteil liegt darin, dass sie keine Sinterschrumpfung stattfindet. Kronen können im Rohzustand auf Passung und Funktion geprüft, und leicht korrigiert werden. Vorhandene Kontaktpunkte bleiben auch nach dem Sintern erhalten. Nach dem Sintern können die fertigen Arbeiten mit Malbränden überarbeitet werden.


3-Punkt Biegefestigkeit:   340 MPa


Indikationen:   Funktionelle Vollkronen im Molarenbereich, Stufen- oder Hohlkehlenpräparation




Datum: 18.09.2007 19:19, Autor: Wilson
 
 
 
 
 
 
 
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