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Allgemeines zu Zahnimplantaten

 

 

Geschichte und  Entwicklung von Zahnimplantaten

 
Grundlage der modernen Implantologie war in den Jahren 1791 und 1795 durch Gregor und Klaproth die Entdeckung des Elements Titan.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden bereits Zahnimplantate eingesetzt.  Die Pioniere der modernen Implantologie besassen keine geeigneten Implantationstechniken, und waren auf der Suche nach dem idealen Material.
So wurden verschiedene Metalle wie Platin, Gold oder Silber ausprobiert. Auch mit dem Einsatz von Keramik und Kautschuk wurde experimentiert.
Der Erfolg der frühen Implantologen hielt sich in Grenzen, und die Patienten waren über die Misserfolge dieser Zeit bestimmt nicht erfreut.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde zumindest durch den Einsatz der Bohrmaschiene, der Röntgenstrahlung und der Entwicklung von lokalen Betäubungsmitteln die Behandlung der Patienten wesentlich verbessert.

In den Fünfziger Jahren wurde erkannt dass Titan keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen auslöst und sich biologisch neutral verhält. Materialeigenschaften welche das Titan ideal für den Einsatz im Knochen eignen.

Ein Schwede namens Per-Ingvar Branemark erkannte ebenfalls in der Fünfziger Jahren in Cambridge die Eigenschaften des Titan.
In Tierversuchen bei Kaninchen stellte er fest das Titan sich hervorragend mit dem Knochen verbunden hatte und nicht mehr zu entfernen war.
In Göteborg, im Jahre 1965 setzte Branemark das erste Schraubenimplantat aus Titan bei einem Patienten Namens Gösta Larsson ein.
Die gute Verträglichkeit des Titan beruht auf dessen Eigenschaften bei Kontakt mit Blut, Wasser, Luft sofort eine schützende Passivschicht auf der Oberfläche zu bilden.
Branemark bezeichnete das Anwachsen des Knochens direkt an die Titanoberfläche des Zahnimplantats als Osseointegration.
Der Siegeszug des Titan begann.  

Im laufe der Jahrzehnte wurden die Zahnimplantate stetig verbessert und überarbeitet. Die Oberflächen wurden geändert, die Form der Implantate, sowie die Länge und der Durchmesser der Zahnimplantate wurden an die Anatomie der Patienten angepasst.
Verbesserte Implantationstechniken, jahrzehntelanges gesammeltes Wissen und Erfahrungen, perfekte sterile Operationsumgebungen, sowie stets verbesserte Zahnimplantate garantieren dem Patienten heutzutage eine
zu über 90 % ige Einheilung der Zahnimplantate.


Keramikimplantate


In den 80 Jahren wurden vermehrt Keramikimplantate eingesetzt. Aufgrund der Materialeigenschaften von Keramik wurde diese Implantate Ende der 80 Jahre nicht mehr verarbeitet.
In den letzten Jahren werden jedoch immer mehr Zahnimplantate aus Zirkoniumoxid hergestellt und implantiert.
Zahnimplantate aus Zirkoniumoxid besitzen eine hohe Härte und sind biologisch sehr gut verträglich.
Im Frontzahnbereich besitzt das Zirkon-Zahnimplantat gegenüber Titanimplantaten bei bestimmten Patientensituationen Vorteile. Die weisse Farbe des Zirkon-Zahnimplantats ist bei dünnem Zahnfleisch ein Vorteil, da das Zirkon das Zahnfleisch nicht grau und dunkel erscheinen lässt.
Auch reagiert das Zahnfleisch wesentlich positiver auf Zirkonoxid als auf Titan.

Zirkon-Implantate gelten in der Öffentlichkeit als Metallfrei, was bei genauer Betrachtung nicht ganz richtig ist: Chemisch und werkstoffkundlich betrachtet ist Zirkonium ein Metall.

Einige Aspekte von Zirkon-Zahnimplantaten sind allerdings noch nicht geklärt.
So liegen nur wenige wissenschaftliche Erfahrungen und Dokumentationen über die Langlebigkeit und die Einheilquote von Zirkon-Zahnimplantaten vor. Zur Zeit muss man davon ausgehen das die Osseointegration von Zirkon-Zahnimplantaten die von Titan-Zahnimplantaten nicht erreicht.

Da Zirkon-Zahnimplantate zur Zeit  nur einteilig produziert werden ist die Auswahl der Abutments an die Patientensituation nicht möglich. Dies schränkt den Einsatz von Keramik Zahnimplantaten doch sehr ein.
Da das Zirkon-Zahnimplantat nach der Implantation aus dem Zahnfleisch ragt, muss dieses mit Kunststoffschienen vor einer zu frühen Belastung geschützt werden. Bei schwierigen Bissverhältnissen ist dies oftmals nur schwer möglich.
Zirkon-Zahnimplantate dürfen nicht sofort belastet werden.

Erst die Weiterentwicklung von Keramikimplantaten wird das Einsatzgebiet und die Verbreitung von Keramikimplantaten vorantreiben.
Sind Probleme wie geschlossene Einheilung , verschiedene Aufbauverbindungen, eine optimierte Oberflächengestaltung gelöst, und liegen positive Langzeitstudien und klinische Untersuchungen vor  werden Keramikzahnimplantate ihren Platz in der modernen Implantologie erhalten.
 


Studie zu Zahnimplantaten


20. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie in München

Zahnimplantate verbessern die Lebensqualität

Vom 04.05.2007

2006 wurden Schätzungen zufolge 600.000 Zahnimplantate implantiert. Das bedeutet eine Steigerung zum Vorjahr um etwa 70.000. Da Zahnimplantate die Lebensqualität gegenüber  herkömmlichen Zahnersatz deutlich steigern entscheiden sich immer mehr Patienten für Zahnimplantate. 2006 haben sich für  implantatgestützten Zahnersatz. bereits 3,6 Prozent der Frauen und 1,4 Prozent der Männer entschieden.
Trotz der steigenden Nachfrage von Zahnimplantaten belegt die Implantologie noch einen geringen Anteil  an den Gesamtversorgungen. Dies bedeutet ein starkes Wachstumspotenzial für die Implantologie.

Die  "Deutsche Mundgesundheitsstudie IV"  vom Dezember 2006 über implantatgestützten Zahnersatz  belegt, dass ca. 1,4 Prozent der Erwachsenen und 2,6 Prozent der Senioren mit implantatstützten Zahnersatz versorgt sind (repräsantive Bevölkerungsgruppe). Dies entspricht einer Steigerung der letzten 9 Jahre um ca. 100 Prozent.


Die Art von Zahnersatz hängt direkt vom Sozialstatus der Patienten ab.
  • Hoher Sozialstatus:             4,9 Prozent mit Implantaten versorgt
  • Mittlerem Sozialstatus:        3,4 Prozent mit Implantaten versorgt
  • Niedrigem Sozialstatus:     1,9 Prozent mit Implantaten versorgt


Gesteigerte Lebensqualität

Die Lebensqualität von Implantat-Trägern steigt  wie schon erwähnt an. Ausführliche  Langzeitstudien über Steigerung der Lebensqualität sind leider noch nicht abschließend verfügbar.

Randomisierte Studien lassen gewisse Fakten bereits jetzt schon erkennen:

  • Die Mund-bezogene Lebensqualität steigt  nach einer Implantation stark an
  • Einschränkungen der Lebensqualität sind bei Trägern von Zahnimplantaten gegenüber Trägern von herkömmlichen Zahnersatz deutlich reduziert.


Patientenwünsche beeinflussen die Zufriedenheit

Die Patientenzufriedenheit mit Zahnersatz hängt von den Vorstellungen, Wünschen und Persönlichkeitsmerkmalen der Patienten zusammen.
Patienten, welche die gewünschte Versorgung erhielten, erzählten über eine gestiegene Lebensqualität, egal ob die Patienten herkömmlich, oder mit Zahnimplantaten versorgt wurden. Patienten hingegen welche sich Zahnimplantate wünschten, aber nur herkömmlich versorgt wurden erzählten nur von geringen Verbesserungen.

An der „McGill Universität“ in Montreal wurde unter anderem von kanadischen Forschern in einer Studie untersucht, wie sich Implantate auf verschiedene Lebensbereiche, unter anderem auf die Sexualität auswirken.
Im Gegensatz zu Trägern von herkömmlichen Zahnersatz fühlten sich Implantatträger bereits zwei Monate nach der Versorgung beim Küssen und bei der Sexualität weniger beeinträchtigt.

Die Studie zeigt ebenfalls bei älteren Patienten mit zahnlosem Unterkiefer dass durch den Einsatz von Zahnimplantaten auch eine Verbesserung in anderen Bereichen der Lebensqualität stattfindet:

  • Verbesserte Nahrungsaufnahme
  • Sicheres Essgefühl
  • Gesteigertes Selbstbewusstsein




Für Rückfragen:
Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake
Tagungspräsident
Pastpräsident DGI e.V.
Klinik für MKG-Chirurgie • Universität Göttingen
Robert-Koch-Straße 40 • 37075 Göttingen
Tel.: 0551 39-8343 • Fax: 0551 39-12653
und
Priv. Doz. Dr. Dr. Franz-Josef Kramer
Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Universitätsklinikum Göttingen
Robert-Koch-Str. 40 • 37099 Göttingen
Tel.: 0551-392880 • Fax: 0551-399217




Datum: 13.11.2007 12:38, Autor: Molaris
 
 
 
 
 
 
 
C.Hafner
 
Oemus Media AG
 
 
 
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